Die anti-entzündliche Diät

Krankheiten wie Arthrose, Rheuma, hoher Blutzucker und Blutdruck, Herz-Kreislaufleiden, Demenz und Alzheimer können wir nicht heilen – aber lindern. So lautet die frohe Botschaft der Universität Jacksonville, Florida. Dort hat man eindrucksvoll bewiesen, wie stark und positiv die richtige Ernährung chronische Krankheiten beeinflussen kann. Denn falsches Essen führt zu einer dramatischen Entzündungsreaktion im Körper, die eigentlich nur dann ablaufen sollte, wenn gefährliche Viren, Bakterien und Parasiten den Organismus bedrohen. Dann entsteht ein wahres Feuer im Körper, um die Erreger schnell und effektiv unschädlich zu machen. Nach gewonnenem Kampf schaltet der Organismus diesen potenziell gefährlichen Entzündungsprozess möglich schnell wieder ab.

 

Ganz ähnliche Reaktionen löst eine einzige falsche Mahlzeit im Körper aus. Eine wahre Lawine von biochemischen Reaktionen überrollt die verschiedensten Gewebearten. Auch hier gilt: Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Doch durch wiederholte entzündungsfördernde Gerichte kommt der Körper nicht mehr zur Ruhe. Die Folge: Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Tennisarm, chronische Müdigkeit und Schlafstörungen sind nur die harmlosen Vertreter. Bluthochdruck, Gicht, Herzinfarkt, Demenz, Alzheimer und sogar Krebs sind die verschärfte Variante. Alle diese Krankheiten werden sehr viel stärker durch die Ernährung beeinflusst als bisher angenommen.

 

Das Ausmaß der Reaktionen kann man im Blut wissenschaftlich messen. Entzündungsbiomarker wie das C-reaktive Protein (CRP) steigen sowohl bei Infekten des Körpers als auch durch entzündungsförderndes Essen an. Prinzipiell gilt: je tiefer der CRP-Wert ist, desto besser. Menschen, die in noch sehr traditioneller Lebensweise wie beispielsweise in Dörfern auf den Philippinen leben, haben beneidenswert niedrige CRP-Spiegel im Blut. Bewohner zivilisierter Länder wie in den USA oder Europa haben vierfach höhere Spiegel. Dazu haben Forscher der Cleveland Clinic folgendes Experiment gemacht: Testpersonen erhielten gleiche Mahlzeiten mit einem kleinen Unterschied: die Testmahlzeit der einen Gruppe wurde mit Kokosöl hergestellt, die der Anderen mit Distelöl. Kokosöl enthält viele schädliche gesättigte Fettsäuren, Distelöl ist reich an gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. 6 Stunden nach der Mahlzeit waren die Entzündungswerte der Kokosölfraktion deutlich angestiegen, bei den Distelöl-Verzehrern sank das CRP sogar unter den Ausgangswert.

 

Suchen sollten wir darum gute, entzündungshemmende Omega-3-Fette, wie sie in Fisch, Huhn, Pute, Nüssen und wertvollen pflanzlichen Ölen (Leinöl, Distelöl, Rapsöl) enthalten sind. Schädliche Omega-6-Fette gilt es zu meiden, also rotes Fleisch, (Rind, Schwein, Schaf) Wurst, Butter und Eier. Obst und Gemüse wiederum zählen zu der empfohlenen antientzündlichen Diät, da die sekundären Pflanzenstoffe das Immunsystem positiv beeinflussen. Zum Frühstück sollte es also weniger Eier mit Speck, sondern mehr Müsli mit Obst geben. Einen Esslöffel Leinöl sollte es dazu auf Krankenschein geben. Fisch und Salat ersetzen beim Lunch den Hamburger und die Fritten. Brot oder Pizza am Abend weichen zugunsten einer Minestrone, Linsensuppe oder Obst und Gemüse. Einzelne Sünden sind durchaus erlaubt. Wer sich aber für 14 Tage einmal konsequent an den antientzündlichen Ernährungsplan hält, der wird reichlich belohnt: Die Pfunde purzeln, Blutdruck, Zucker- und Blutfettwerte bessern sich. Schlafstörungen und Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen verschwinden auf die gleiche rätselhafte Art und Weise, wie sie gekommen sind. Auch die Übersäuerung des Gewebes nimmt ab, und damit verschwinden selbst so penetrante Plagegeister wie der Tennisarm oder Golfer´s elbow. Die positive Wirkung dieser Ernährung auf chronische Krankheiten wie Rheuma ist wissenschaftlich ebenfalls bestens belegt.

 

Den CRP-Wert im Blut kann jeder Arzt messen. Erhöhte Werte misst man also bei akuten Infektionen des Körpers, leider aber auch nach den falschen Mahlzeiten. Optimale Werte liegen deutlich unter 0.5 mg/dl. Chronisch erhöhte Werte unterhalten ein schädliches Feuer im Körper. Prinzipiell hilft es, die Grundlagen zu beachten, bunt und knackig ist besser als süß, salzig und fetttriefend. Wer aber ganz konsequent die Ernährung umstellen möchte, der sollte sich einmal mit dem Ernährungsprinzip von Metabolic Balance beschäftigen. Das Internet oder der Buchladen helfen Ihnen da schnell weiter. Dabei erhalten Sie nach einem Bluttest einen individuellen Ernährungsplan. Hauptsächlich wird dieses Programm zur gesunden Gewichtsreduktion empfohlen, weil man dabei wirklich rasant schnell Fett abnimmt und nicht Muskeln oder Wasser, wie bei vielen anderen Diäten. Zusätzlich aber werden chronische Krankheiten sehr günstig beeinflusst. Die Erfolge sind enorm. Wohlgemerkt: ein Heilungsversprechen kann man nicht geben, eine Linderung wird sich aber ganz bestimmt einstellen.